Neue Hospizgruppe St. Maximilian Kolbe

Der Malteser Hilfsdienst hat im Malteserstift St. Maximilian Kolbe in Hamburg-Wilhelmsburg einen neuen Hospizstandort gegründet. Seit Oktober 2018 berät und unterstützt Koordinatorin Astrid Karahan regelmäßig Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter.

Die Ehrenamtstreffen und Fortbildungen werden nach dem Umbau der ehemaligen St. Maximilian Kolbe-Kirche in den Räumen des zukünftigen Begegnungszentrums stattfinden. Nach und nach werden nach Bedarf ambulante Begleitungen, Trauerangebote und die Kinder- und Jugendhospizarbeit hinzukommen. 

 

Kontakt

Malteserstift St. Maximilian Kolbe
Krieterstraße 7
21109 Hamburg
Telefon: (040) 603 30 01

Bild: iStock.com/frimages

Ihre Ansprechpartnerinnen

Corinna Woisin

Corinna Woisin
Abteilungsleiterin Hospizarbeit, Palliativmedizin & Trauerbegleitung
Tel. 040 20 94 08-606
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Astrid Karahan

Astrid Karahan
Palliative Fachberatung / Koordination
Tel. 040 60 68 51 16
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"Diese Aufgabe erdet mich"

Hussam Khoder im Gespräch mit einer Interessentin für die ehrenamtliche Sterbebegleitung. Foto: Sabine Wigbers

Hamburg. Im Rahmen der Hamburger Hospizwoche fand am Sonntag, 13. Oktober 2019 im Wilhelmsburger Bürgerhaus der Filmabend „Halte meine Hand“ statt. Der gleichnamige Dokumentarfilm gab Einblicke in das Leben von Hussam Khoder als voll berufstätiger alleinerziehender Vater zweier Kinder, als fürsorglicher Enkel seines sterbenden Großvaters, als aktives Mitglied seiner muslimischen Gemeinde in Berlin und als ehrenamtlicher Sterbebegleiter im Lazarus-Hospiz in Berlin-Mitte.

Hussam Khoder ist der erste deutsch-arabische Sterbebegleiter in Berlin und will für Menschen jeder Herkunft und Religion am Lebensende da sein. Hussam Khoder war selbst bei diesem Filmabend vor Ort und erzählte von seinem Engagement, dem er vier Stunden Zeit pro Woche widmet. „Für mich ist klar: Da ist ein kranker Mensch, der Hilfe braucht, da ist man da. Aber in unserer Kultur ist Sterbebegleitung noch recht unbekannt.“ In orientalisch-deutschen Familien ist es Tradition, sich selbst um seine Kranken zu kümmern, erst recht um die Sterbenskranken. Doch die Strukturen verändern sich auch in muslimischen Familien: die Scheidungsrate ist hoch, Frauen und Männer sind berufstätig - wo soll da Zeit für alte und kranke Angehörige bleiben?

Hussam Khoder will für Aufklärung sorgen und weiß, dass dies Zeit braucht: "Man muss ihnen erst einmal die Angst nehmen, dass wir kommen und ihnen den Sterbenden wegnehmen, dass er in einem Heim einfach verschwindet. Und erklären, dass es keine Schande ist, fremde Hilfe anzunehmen,“ sagt er.

Wertvoll ist sein ehrenamtliches Engagement nicht nur für den Begleiteten und die dadurch entlasteten Familien, sondern auch für ihn selbst: „Diese Aufgabe erdet mich“, sagt Hussam Khoder. „Man ist ganz nah dran am Patienten, man sieht direkt, wie es ihm geht und wie er sich fühlt,“ das sei das Besondere und Schöne an dieser Aufgabe. Seine längste Begleitung habe acht Monate gedauert, in dieser Zeit sei er der Einzige gewesen, der den Mann besucht habe. „Wenn man jemanden über eine längere Zeit begleitet, berührt es einen natürlich sehr, denn man hat ja eine Bindung aufgebaut.“

Hilfe auf dem letzten Weg – die Malteser bauen nun auch in Wilhelmsburg, wo zahlreiche Familien mit Migrationshintergrund leben, ihre Hospizarbeit auf. Wer sich selbst für ein Ehrenamt als Sterbebegleiter interessiert und Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten möchte, meldet sich im Malteser Hospiz-Zentrum. Weitere Infos und Anmeldungen unter Tel. 040 6 03 30 01.