Zweiter Hamburger Wohlfühlmorgen to go für Wohnungslose und Arme

Die Gäste des Wohlfühlmorgens freuten sich über so genannte Wohlfühl-Büdel und viele weitere Angebote vor Ort. Fotos: Judith Stieß

Über 250 Gästen haben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf dem Hamburger Wohlfühlmorgen am 12. Juni einen „Wohlfühl-Büdel“ in die Hand gedrückt. Pandemiebedingt fand die Veranstaltung zum zweiten Mal unter freiem Himmel mit deutlich weniger Angeboten als üblich statt. Trotzdem machten sich erneut wieder zahlreiche Gäste auf den Weg zur St.-Ansgar-Schule, um vormittags in den Genuss eines Lunchpaketes und eines Wohlfühlbeutels zu kommen. In den Tüten, die von der Hamburger Organisation „Hanseatic Help“ gespendet wurden, befanden sich Lebensmittel und Hygieneartikel für die Besucher. Auch über die Lunchpakete freuten sich die Gäste sichtlich, die mit Sandwiches, Müsliriegel, Wasser und Obst bestückt waren. So stärkte sich ein Besucher noch schnell mit einer Banane aus seiner Lunchbox, bevor es zum Arztmobil ging. Er sei langjähriger Gast auf dem Wohlfühlmorgen und da er nicht krankversichert ist, sei er jedes Mal froh, das ärztliche Angebot nutzen zu können. Zudem stand auch ein Zahnmobil zur Verfügung, für die Vierbeiner gab es einen Tierarzt vor Ort und reichlich Futter über die Tiertafel. Um den Besuchern die Wartezeit angenehmer zu gestalten, sorgte Matthias Uhing und Band mit Gitarre, Tuba und Gesang für die richtigen Klänge.

Viele „Stammgäste“ haben den Wohlfühlmorgen to go sehnlich erwartet und trotzten dem kurzen heftigen Regenschauer, der auf die Wartenden vor Beginn der Veranstaltung niederprasselte. Für die Einhaltung der Abstände und den reibungslosen Ablauf während des Wohlfühlmorgens sorgten insgesamt elf Helfer aus der Gliederung Hamburg, die ebenso den Auf- und Abbau vor Ort organisierten. Andere ehrenamtliche Helfer begrüßten die Wohlfühlmorgen-Besucher, verteilten Essenstüten, gaben Tierfutter aus, schenkten Kaffee ein, führten Gespräche und hatten ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Gäste. Gemeinsam sorgten sie für gute Laune und eine Wohlfühl-Atmosphäre. „Danke, dass Ihr für uns da seid!“ entgegnete ein wartender Mann am Kaffeestand als er ein Croissant übereicht bekommt.

Dag Perslow, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Wohlfühlmorgen engagiert, brachte diesmal einen interessierten Freund auf die Veranstaltung mit, der tatkräftig unterstützte. Perslow, der eigentlich als Designer und Möbelbauer arbeitet, liegt das Ehrenamt am Herzen: „Weil ich meinen Beitrag dazu leisten möchte, dass sich die Leute, die sich hier anstellen und zum Teil lange warten, eine wirklich gute Zeit haben, sich hier wohlfühlen.“ Das spüren die Gäste. Mit einem frisch vom Barista zubereiteten Kaffee in der Hand, verließen die Besucher nach zwei Stunden zufrieden die Veranstaltung – viele davon in Vorfreude auf den nächsten Wohlfühlmorgen, dann vielleicht schon wieder mit Frühstück und Friseurtermin.


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