Warme Essen, Heizmaterial und Besuche gegen die Einsamkeit – die Malteser helfen auch in der Corona-Krise

Foto: Christian Budde

Alytus, Litauen. Antanas Abeciūnas (86) bewohnt mit einem Welpen nahe der Kleinstadt Alytus im Süden Litauens eine kleine, heruntergekommene Holzhütte. Um diese betreten zu können, müssen sich Besucher gehörig bücken. Außerdem klemmt die Eingangstür, so dass sie sich nur etwa zur Hälfte öffnen lässt. Der Flur dahinter liegt im Dunkeln, gefolgt von einer Küche. Diese wird von einem uralten gemauerten Steinofen dominiert, der seinen rauchigen Atem in der ganzen Hütte verteilt.

Da der 86-Jährige allein lebt, kreisen seine Gedanken viel um die Vergangenheit.Er erinnert sich an die anstrengende Arbeit auf unzähligen Baustellen im Dienst der sowjetischen Armee. Nach der Armeezeit arbeitete er als Maler und Stuckateur.

Abeciūnas verfügt immer noch über handwerkliches Geschick und Improvisationstalent. Weil er kein Geld hat, sich Tabak zu kaufen, baut er eigenen im Garten an. Er kann sich kein Fleisch leisten, also kauft er Knochen, die er sich auskocht. Er braucht eine Pfeife, also schnitzt er sich eine. Frühere Verletzungen und die harte körperliche Arbeit auf den Baustellen haben den Körper des Rentners ausgelaugt. Der alte Mann hat, obwohl geimpft, mit Mühe eine Corona-Infektion überstanden. Er hadert damit, dass er nur eine geringe Rente bekommt, obwohl er ein Leben lang hart gearbeitet hat.

Bis vor Kurzem war seine Hütte voller Löcher. Es gab keinen Boden. Die Wände sind noch immer schief, aber zum Glück pfeift der Wind nicht mehr durch die Fenster. Eine Gruppe Jugendlicher der Malteser hat sich zusammen mit ihrer Lehrerin seiner angenommen. Sie haben seinen Garten aufgeräumt, Feuerholz gehackt, neue Fenster in die Hütte eingebaut, in zwei Räumen einen Fußboden verlegt und sein Schlafzimmer neu gestrichen.

René Janeckiene (75) aus Simnas erblindete vor drei Jahren innerhalb weniger Wochen auf beiden Augen. Erste Kochversuche nach ihrer Erblindung endeten in einem Fiasko. So wird sie nun von den Maltesern mit Essen beliefert. Ihr fällt es schwer, dass sie zumeist nur über das Radio am kulturellen Leben teilhaben kann. Die Malteser holen sie so oft wie möglich zu kleinen Spaziergängen ab und begleiten sie zu kulturellen Veranstaltungen in die Nachbarstadt.

Die beiden sind zwei von 619 Empfängern von Essen auf Rädern und werden wie 2.600 andere ältere, einsame Menschen von den litauischen Maltesern regelmäßig besucht – Corona zum Trotz. Mehr als 132.000 warme Mahlzeiten wurden im vergangenen Jahr von den Maltesern verteilt. Für die Senioren sind eine warme Mahlzeit am Tag und ein paar aufmunternde Worte die Höhepunkte in einer meist einsamen und ereignislosen Woche. Auch für den Kauf von Heizmaterial für den kalten litauischen Winter, Gemüse und Fleisch bitten die Malteser um Spenden.

Wenn Sie für das Projekt spenden möchten:
Malteser, Haspa, IBAN DE33 2005 0550 1280 2163 99, Stichwort: Litauenhilfe


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