Ich war mir sicher: Gleich kommt Hilfe

Hannelore Grohs (77) trägt ihren Hausnotruf-Knopf immer bei sich.
Tatjana Fährmann (66) lebt seit 30 Jahren mit Multipler Sklerose und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Fotos: Sabine Wigbers

Hannelore Grohs (77) fühlt sich topfit und kennt ihr Geheimrezept aus dem Effeff: „Tennis spielen, im Schrebergarten werkeln, stricken, nähen, ganz viel Klönen und immer schön fröhlich bleiben.“
Die gelernte Damenschneiderin und studierte Textilingenieurin stammt aus Köln, eine Anstellung in einer Textilmaschinenfabrik führte sie 1962 nach Hamburg. „Ich bin mit meinen Maschinen sehr viel gereist, ich kenne dreiviertel der Welt,“ sagt sie nicht ohne Stolz. „Später habe ich bei der Innung des Bekleidungshandwerks als Ausbilderin für benachteiligte Jugendliche gearbeitet,“ erklärt sie. Ihre rheinische Frohnatur habe sie sich über die Jahre bewahrt und auch ihr Handwerk hat Hannelore Grohe nie verlernt. Noch heute näht die 77-Jährige gern und für den guten Zweck: Sie hat dabei geholfen, für die Bewohner einer Malteser Pflegeeinrichtung ein Nähstübchen einzurichten. Wegen der Corona-Situation ist dies zurzeit geschlossen, die Rheinländerin hofft jedoch, bald wieder gemeinsam mit den anderen Senioren an der Nähmaschine sitzen zu können.

Hannelore Grohs wirkt, als könne sie nichts aus der Ruhe bringen. Sie nimmt die Dinge, wie sie kommen und bezeichnet dies als „Altersgelassenheit“. Diese Eigenschaft kam ihr in zwei einschneidenden Lebenssituationen zugute. Ein Schlaganfall traf sie vor einigen Jahren unerwartet und schwer. „Ich musste danach wieder ganz von vorne anfangen, neu sprechen und laufen lernen.“ Aber sie habe es geschafft, mit viel Geduld und positiver Einstellung zum Leben.

„Ich jaule ja auch nicht! Das bringt nämlich nichts!“

Vor einigen Monaten dann konnte sie sich plötzlich nicht mehr bewegen. „Ich wusste nicht was los ist, auf einmal konnte ich einfach nicht mehr aufstehen. Zum Glück hatte ich den Hausnotruf, ich habe den Knopf gedrückt und sofort meldeten sich die Malteser. Die Technik ist ja so simpel und ich war mir sicher: Gleich kommt Hilfe.“ So war es auch, innerhalb weniger Minuten kam ein Hausnotruf-Mitarbeiter vorbei, half ihr auf und alarmierte den Rettungsdienst. Später im Krankenhaus stellte man dann fest, dass es sich glücklicherweise nur um eine harmlose Tennisverletzung handelte, die die kurzzeitige Lähmung ausgelöst hatte. „Ich habe die Rückschläge meines Lebens so gut ich konnte weggesteckt, heute geht es mir super und der Hausnotruf gibt mir einfach in meiner Wohnung ein sicheres Gefühl. Ich fühl‘ mich damit einfach sauwohl.“

Das Leben positiv zu nehmen, egal, was kommt, das versucht auch Tatjana Fährmann. Leicht ist dies für sie allerdings nicht: Die 66-Jährige hat schon als junge Frau einen harten Schicksalsschlag erleben müssen, mit 36 Jahren erkrankte sie an Multipler Sklerose (MS), ist auf den Rollstuhl angewiesen.

„So eine Diagnose haut ganz schön rein“

„Man hat eine Familie, ist ein junges Paar, da haut so eine Diagnose ganz schön rein,“ sagt sie rückblickend. Die Krankheit schritt schnell voran, als besonders tiefen Einschnitt erlebte sie es, nicht mehr in ihrem Beruf als Erzieherin arbeiten zu können. Lange habe sie dann gemeinsam mit ihrem Mann nach einer rollstuhlgerechten Wohnung suchen müssen. Irgendwann wurden sie in einer Wohnanlage fündig, planten den Umzug und packten die Kartons. Sie malten sich aus, wie sie dort gemeinsam alt werden würden. Drei Wochen vor Einzug in die neue Wohnung verstarb ihr Mann plötzlich.
Also musste Tatjana Fährmann allein in die neue Umgebung ziehen. „Zum Glück halfen mir meine Kinder, aber dennoch war es hart.“ Anfangs habe sie sich gedacht: „Uff, ist das jetzt mein Leben mit Mitte 60? Bingo und sowas ist doch gar nicht mein Ding.“ Aber sehr schnell stellte sie fest, dass sie ja gar nicht an den Angeboten teilnehmen müsse, die es in der Wohnanlage gebe und noch etwas: „Alle im Haus haben mich unheimlich lieb empfangen,“ sagt sie. „Das fühlte sich dann einfach gut an.“ Gemeinsam mit ihren Kindern habe sie nach dem Einzug überlegt, welche Hilfen sie in ihrer Wohnung noch nutzen könnte, um für den Notfall gerüstet zu sein. „Ich wollte den Hausnotruf, weil der mir unkompliziert Sicherheit gibt. Die Kinder sind ja nicht immer da, sie haben ihr eigenes Leben, das ist auch gut so.“

In ihrer neuen Umgebung fühlt sich Tatjana Fährmann inzwischen wohl, sie kommt in ihrer Wohnung allein zurecht. Und dennoch kam es bereits zwei Mal zu einer brenzligen Situation: Beim Einsteigen in ihr Bett stürzte sie und konnte sich weder zurück in den Rollstuhl noch in ihr Bett bewegen. Hilflos lag sie am Boden. Glücklicherweise trug sie den Hausnotruf-Knopf am Band um den Hals, drückte ihn und erhielt über das Hausnotruf-Gerät im Wohnzimmer sofort Sprechkontakt zu den Maltesern. „Ich habe einen Schlüssel zu meiner Wohnung bei den Maltesern hinterlegt. Ich wusste sicher, dass mir gleich geholfen wird. So konnte ich ganz ruhig und ohne Panik abwarten, bis Hilfe kommt.“ Hilfe kam mit Bernd Westphal, Hausnotruf-Mitarbeiter bei den Maltesern. Er half Tatjana Fährmann auf und blieb anschließend noch ein bisschen bei ihr, damit sie den Schreck verdauen konnte. „Er war so nett und hatte sogar ein bisschen Zeit zum Reden mitgebracht. Das fand ich toll.“

Selbständigkeit mit Sicherheitsfaktor

Dank des Haunotrufes können Menschen wie Hannelore Grohs und Tatjana Fährmann auch im Alter und mit chronischen Erkrankungen selbständig in den eigenen vier Wänden leben. 

Jetzt testen: Noch bis zum 30. November bieten die Malteser drei Monate Hausnotruf zum halben Preis an: 0221 12606-2039, Infos unter www.malteser-hausnotruf.de


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