Die Fronleichnams-Hoffnungsworte

Das Portal der Domkirche St. Erich im Stockholmer Stadtteil Södermalm. Foto: Thomas Kleibrink

Der Malteser Hilfsdienst ist eine katholische Organisation. Aber was heißt eigentlich katholisch? Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „allumfassend“. Man könnte auch interpretieren „alle umfassend“. Der Begriff bezieht sich nicht, wie es oft interpretiert wird, ausschließlich auf die römisch-katholische Kirche, sondern auf die Universalität aller Christen.

Am Donnerstag, 3. Juni ist das Fronleichnamsfest. In diesem Fest kommt die Katholizität wohl am deutlichsten zum Ausdruck. Hier bei uns im Norden ist meist nicht viel davon zu merken, da das Fest nicht, so wie in anderen Bundesländern, auch ein gesetzlicher Feiertag ist.

Der Begriff bedeutet so viel wie „Leib des Herrn“. Gefeiert wird die bleibende Gegenwart Jesu Christi durch das in der heiligen Messe gewandelte Brot. Deshalb wird dieses Brot in einem Schaugefäß in Prozessionen mitgeführt und verehrt. Eher ungeplant und zufällig durfte ich während eines Urlaubs vor zwei Jahren in Stockholm an einer solchen Prozession teilnehmen.

Meine Frau und ich bummelten ganz gemütlich durch den Stadtteil Södermalm, als plötzlich wohlbekannte Lieder an unser Ohr drangen. Tatsächlich, eine Fronleichnamsprozession. Und zwar so wie wir sie aus unserer Heimat kannten. Mit allem was dazu gehört. Fahnen, Weihrauch, Gesang und Schellenklang. Und das im säkularen Schweden und in einem Bereich, der ein wenig an das Hamburger Schanzenviertel erinnert. Nach kurzem Überlegen schlossen wir uns der Prozession an, die uns dann in die Katolska Domkyrkan (Domkirche St. Erich) führte. Was uns dabei sehr gefreut hat: Die Lieder wurden natürlich auf Schwedisch gesungen. Aber die Melodien waren uns vertraut und so konnten wir mitsummen oder leise auf Deutsch mitsingen. Und die für dieses Fest vorgesehenen Texte wurden auf Latein vorgetragen. So hatten wir das Gefühl, dieses Fest wie zu Hause zu erleben. Es war ein bisschen wie Heimat in der Fremde. Zugegebenermaßen in einer sehr schönen! In diesem Augenblick wurde uns deutlich, was es mit diesem katholisch sein auf sich hat.

Denn es ist ja davon auszugehen, dass überall auf der Welt, wo sich Menschen zum Gebet und Lobe Gottes versammeln, sich Kirche universell und allumfassend bildet und dabei bestrebt ist, alle zu umfassen. In der Fremde eine Heimat zu geben und niemanden außen vor zu lassen.

Bleibt hoffnungsvoll
Diakon Thomas Kleibrink


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